Brust-OP?

Brustkrebsvorsorge und andere Themen, die die Gesundheit der Brüste betreffen.

Re: Brust-OP?

Beitragvon Seepferdchen » 23 Juni 2013, 21:35

Hallo Anira! *wink*

Ich kann mir gut vorstellen, dass dich das Thema Brustverkleinerung schon eine längere Zeit beschäftigt. So ist es nur verständlich, dass sich für dich auch mit einem besser passenden BH von heute auf morgen nichts ändert. Ich denke, dass es vielen anderen Frauen, die neu in dieses Forum kommen, ähnlich geht. Die meisten rücken mit der Zeit und vielen neuen BH irgendwann von ihren OP-Plänen ab, manche aber auch nicht. Egal ob du nun letztendlich eine Operation durchführen lässt oder nicht, hoffe ich, dass du mehr Zufriedenheit gewinnen kannst und viele schöne neue BH findest, in denen du dich wohlfühlst. :)

Was deine Vorstellungen von BH-Größen betrifft, denke ich, dass sie noch ein bisschen von gängigen Vorurteilen geprägt sind. 75D ist zwar für viele Leute der Inbegriff einer großen Brust, aber tatsächlich eine kleine Größe. Wer wirklich diese Größe benötigt, hat relativ zum Brustumfang betrachtet eine eher kleine Brust, keine große. Frauen, die tatsächlich eine Größe mit A benötigen, gibt es nicht viele und sie haben es auf der BH-Suche schwer, weil die meisten Schnitte untauglich sind. Hinzu kommen die Probleme bei der Kleidungssuche, weil im Brustbereich alles absteht. Vor Beleidigungen ist man mit einer kleinen Brust ebenso wenig sicher wie mit einer großen, da die bescheuerten Menschen dieser Welt einfach für jede Frau eine passende Beleidigung finden. So leiden Frauen mit kleinen Brüsten zwar nicht unter brustbedingten Rückenschmerzen, aber sie haben es generell im Leben wahrscheinlich auch nicht viel leichter als Frauen mit mittleren und großen Brüsten. ;)

Übrigens halte ich in deinem Fall selbst eine Reduktion auf eine echte 75D für unrealistisch, da der Unterschied zu deiner gegenwärtigen Größe gewaltig wäre. Eine Reduktion auf 75A käme einer fast vollständigen Entfernung deiner Brüste gleich und würde sich aus anatomischen Gründen wahrscheinlich gar nicht bewerkstelligen lassen. Ich gehe also davon aus, dass du auch nach einer Verkleinerung nach wie vor zu BH britischer Marken greifen müsstest. Die Ärzte erzählen den Frauen zwar viel und "A-Körbchen" und "D-Körbchen", wenn der Tag lang ist, aber haben in der Regel von BH-Größen keine Ahnung.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon MrsKitsune » 23 Juni 2013, 21:57

Löwenzahn schreibt ganz richtig, dass die Menschen immer etwas finden (und durchaus auch suchen), was das gegenüber speziell macht. Wenn es nicht das "Hammer-Decolleté" ist (klingt ja noch ganz nett), dann ist es die große Nase, das krause Haar, der "Rotshopf" oder die Körpergröße. Das ist, glaube ich, per se erstmal wertungsfrei. Ich nehme mich da nicht aus, wenn ich jemandem gegenüber die nette Frau am Bäckerstand erwähne, dann fragt der auch: "Welche von den dreien?". Und dann sage ich "Die ganz kleine mit dem schwarzen Haar und dem Zopf.". Und ja, sie ist allenfalls 1,60 groß. Insofern reuziere ich sie zwecks Wiedererkennen tatsächlich auf ihre Körpergröße und das ist eigentlich nicht in Ordnung. Aber "die Nette" - darunter kann man sich eben nicht viel vorstellen. Auch wenn sie genau das ist: Die netteste Verkäuferin im Laden.

Auch das mit dem Abwarten halte ich für richtig. Dennoch kannst Du zweigleisig fahren! Mein Hautarzt hat mir seinerzeit geraten, jeweils Fotos zu machen, wenn sich in der Unterbrustfalte wieder ein Geschwür gebildet hat. Das Thema ist mittlerweile offenbar durch, den Hitzetest haben die besser sitzenden neuen BHs bestanden, keine neuen offenen Wunden mehr unter der Brust. Auch die Schulterschmerzen werden seltener (da ändert sich die Statik offenbar nur langsam).
Du solltest also ruhig die körperlichen Probleme, die Du der Brüste wegen hast, dokumentieren (lassen) - und dann weglegen und nicht mehr dran denken. Sollte es mit der OP aber doch eines Tages konkret werden, dann hast Du erste Belege für die Kasse.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon Laeriel » 23 Juni 2013, 22:07

Hallo Anira,

ein paar Tage im neuen BH reichen sicher nicht, das gesamte Körpergefühl umzukrempeln.
Ich habe auch schon öfter durchaus ernsthaft über eine Verkleinerung nachgedacht - früher. Ich habe mich teilweise wirklich extrem unwohl gefühlt und streckenweise sehr darunter gelitten. "Wohl" gefühlt habe ich mich eigentlich nie mit meiner Oberweite. Die stand halt irgendwie immer so im Vordergrund. Das fand ich richtig blöd. Als würde sie meiner Person im Weg stehen. Vielleicht schwer nachzuvollziehen.

ABER: Es hat sich geändert. Das war nicht plötzlich, nachdem ich den ersten passenden BH an hatte, sondern eher schleichend. Der erste Schritt für mich war, mich hier überhaupt fitten zu lassen und mich auf das ganze Thema einzulassen. Das habe ich mich nämlich lange gar nicht getraut aus Buchstabenphobie. Dann habe ich meinen Kleiderschrank ausgemistet und alles, was zu meinen "neuen Brüsten" (heißt Brüste in neuen BHs, die dadurch weiter oben saßen) nicht passt (weil es vorne zu kurz wurde oder über die Brust zu sehr spannte) rigoros aussortiert.
Tja, und mittlerweile denke ich über das Thema irgendwie gar nicht mehr nach. Auch nicht, wenn ich mich nackt sehe. ;)
Ich würd jetzt nicht sagen, ich LIEBE meine Brüste oder so. Aber sie sind jetzt halt, was sie sind: Brüste. Die sind da halt. Die gehören zu mir. Und die sind auch keine Monster, die mir die Persönlichkeit wegfressen. ^^ Sondern passen eigentlich auch ganz gut zu mir und sitzen fein, stören weniger als früher etc. Komischer Weise merke ich auch viel weniger, ob mir da jemand "draufstarrt", obwohl sie eigentlich sogar mehr auffallen müssten, weil sie so schön hoch sitzen und geformt sind. :) Ich glaub, ich "trage" sie jetzt einfach viel selbstverständlicher und selbstsicherer mit mir rum.
Und naja, ich guck auch öfter anderen Frauen auf den BH (weil ich neugierig bin, ob er sitzt ^^) und merke, dass wir alle eigentlich in ganz guter Gesellschaft sind. ;)

Zudem ist eine Brust-Verkleinerung auch ein wirklich großer Eingriff und da würde ich die Risiken und den Nutzen wirklich gut abwägen. Bei mir persönlich hat sich das eben verschoben, ich dachte, als sich der Gedanke so langsam verabschiedete eher "so unzufrieden bist Du nun auch wieder nicht, dass Du so ne große OP eingehen willst". Früher war es noch eher anders herum. Wie ich darüber denke, wenn ich Kinder habe und älter bin, wird man dann eben sehen.

Also, ich würde Dir auch raten, noch einige Zeit damit zu warten, auch diese Zeit mit Deinen neuen BHs zu verbringen und Dich hier im Forum umzugucken, wenigstens einige Wochen bis Monate. Ein BH ist ja auch kein Wundermittel. Man zieht ihn nicht an und damit ein neues Selbstgefühl und eine neue Einstellung sich selbst gegenüber. Das gibt es, glaub ich, nicht. Ich weiß auch nicht, ob eine OP das bewirken könnte, ich glaube eher nicht. Das ist eher ein Prozess im Innern, würde ich sagen. Klar, beides kann dabei helfen. Aber einen BH kann man wieder ausziehen, wenn er doch nicht passt. Über eine OP sollte man wirkich gut nachdenken.
Viele liebe Grüße
Laeriel :)

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Re: Brust-OP?

Beitragvon KalixVanera » 23 Juni 2013, 23:17

Ich persönlich sehe mich bei dieser Diskussion eigentlich auf der Kontra-Seite. Ich hatte zwar in noch jüngeren Jahren (um die 14) ab und zu Gedanken, die um eine Brustvergrößerung kreisten, doch das hat sich mittlerweile komplett geändert. Wenn ich es recht bedenke hätte ich es auch damals nicht wirklich durchgezogen, selbst wenn es gratis und ohne irgendwelche Risiken möglich gewesen wäre.
Ich würde mich im Momten niemals freiwillig operieren lassen, es sei denn, es liegen wichtige medizinische Gründe vor, oder ich wäre beispielsweise durch einen Unfall "entstellt" worden (Darf man das so ausdrücken? Gemeint ist hier eine wirklich starke Veränderung wie beispielsweise das plötzliche fehlen der Nase o.ä.).

Über die eventuellen Gründe für oder gegen eine Operation wurde hier ja schon eifrig diskutiert; ich finde es aber sehr wichtig, festzuhalten, dass das wirklich (!) jeder für sich selbst entscheiden muss.
Ich halte es in jedem Fall für verwerflich, als Mutter die Tochter zum Chirurgen zu schleppen, weil in den eigenen Augen irgendetwas nciht in Ordnung sein soll oder es ihr einzureden. Es geht immerhin um Operationen. Man lässt seinen Körper verändern. Und Rückgängig machen kann man das nicht. Jede Art der Einflussnahme durch Gesellschaft o.ä. die nicht auf guten Argumenten beruht, finde ich deshalb gefährlich. Man hat damit nciht nur ein zerstörtes Selbstbewusstsein, sondern vielleicht auch einen veränderten Körper, den man so nie wirklich haben wollte.
Man sollte so etwas also in jedem Fall informiert und möglichst unbeeinflusst entscheiden - eine längere Bedenkzeit ist bei so einem Wunsch sicher ebenfalls empfehlenswert, wie es Neechen auch sieht.

Trotzdem sehe ich noch ein weiteres mögliches Problem, das nicht wirklich angesprochen wurde:
Wenn eine Frau sich bspw die Brüste von 30DD (weil die Größe so oft vorkommt, hier mal als Beispiel) auf 30F o.ä. vergrößern lässt - und sei dies noch so gut begründet durch evtl psychischen Leidensdruck o.ä. und sie hätte sie sich auch völlig unabhängig mit Bedenkzeit etc dafür entschieden - Könnte das doch auch andere beeinflussen?
Es kann subjektiv die beste Wahl gewesen sein und wird objektiv vielleicht nur von wenigen verstanden. Allerdings könnten sich dadurch wieder andere mit einer ähnlichen Brustgröße minderwertig fühlen. So nach dem Motto: wenn ihre Brust zu klein war ist es meine auch. Und dadurch könnten eventuell ungefestigtere Frauen in ihrem Selbstbewusstsein gestört werden.

(Damit erklärt sich mir auch diese negative Besetzung von "die hat sich die Brüste machen lassen" - was natürlich nicht gerechtfertigt ist. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen dass auf diese Weise auch Gedankenströme wie
"Sie hatte eine OP - sie hatte vorher ähnlich große Brüste wie ich - sie war nicht zufrieden - stimmt was mit der Größe nicht? - wollte sie mehr Beachtung? - die bekommt sie jetzt - Veränderung fällt positiv auf - sie scheint glücklicher - hat sich das erkauft - von der Gesellschaft wird offensichtlich die Größe der Brüste als Mehrwert anerkannt - ich wünschte, ich würde auch... *Eifersucht* - kann ich nicht - muss ich nachziehen? - Ich will das nicht - aber sie hat meinen gesellschaftlichen "Wert" gesenkt"
entstehen. So "falsch" diese Gedankenfetzen nun objektiv auch sien mögen, sie kommen einem gerne so in den Sinn. Und sie sorgen leider auch oft für ein vorschnelles Urteil, wie mir scheint ._. )

Ich will hier nicht implizieren, dass jemand bestimmtes daran nun die Schuld zu tragen hätte, aber wenn ich mir vorstelle, dass viele der mir bekannten Frauen in meinem Größenbereich nach und nach eine Brustvergrößerung vornehmen lassen würden (aus welchen Gründen auch immer) - oder auch nur eine - Würde das auch stark an meinem Selbstbewusstsein zerren. Und ich bin eigentlich sehr glücklich mit dem wenigen, was ich habe.

Leider bin ich zu müde, um meine Gedanken zuende zu denken - aber vielleicht mag dazu trotzdem noch jemand was sagen. Das werde ich morgen vermutlich auch tun :)
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Re: Brust-OP?

Beitragvon Garfield83 » 23 Juni 2013, 23:40

Ich verstehe was du meinst, aber:

- die BH-Grösse bedeutet weder für zwei Frauen genau das selbe noch ist sie fix. Und kaum zwei Freundinnen haben wirklich die selbe Figur. Wenn zwei also ihre Brüste von 30D auf 30FF vergrössern, ist der Effekt vermutlich nicht der selbe. Und deine Freundinnen würden das vermutlich einsehen wenn du es ihnen erklärst.
- du bist nicht verantwortlich für dein Umfeld. Deine Freundinnen müssen selber an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten, wenn sie denn nicht genügend davon haben.

Eine Freundin könnte dich nach der OP auch anfeinden, was zwar unangenehm ist, aber mehr über die Person als über dich aussagt. Das alles sind keine stichhaltigen Gründe, die gegen eine Brust-OP oder sonst eine Änderung sprechen. Ich habe mich auch schon über das Verhalten einer Freundin gewundert, obwohl die Änderung viel kleiner war als eine OP.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon MrsKitsune » 24 Juni 2013, 03:17

Es gehört hier zwar nicht so hundertprozentig rein... aber das direkte Beeinflussen einer anderen Person nach dem Motto "So muss man doch nicht rumlaufen - da kann man doch was machen!!" finde ich definitiv verwerflich. Und ja, das gibt es! Ich habe es mehrmals erlebt, dass sich Menschen durch eine einseitig brustamputierte Frau provoziert fühlten. Sie trägt auch keine Prothese, ich weiß nicht warum, es geht mich aber auch nichts an. Und wenn sie sich auch eher locker kleidet, fällt es eben doch manchmal auf, dass da was asymetrisch ist. Und da kommt durchaus: "Ach je, sie trägt das so vor sich her - da kann man doch was machen!". Ja, aber für wen denn? Doch nur für sie. Und offenbar hat sie Gründe, eben nichts machen zu lassen.

Ich selbst habe das "zu hören bekommen", als ich gerade auf die Welt gekommen war (so hat es mir meine Mutter jedenfalls erzählt): Ich wurde mit einem Leberfleck rechts über der Oberlippe geboren, also genau so ein Mal, wie Cindy Crawford es hat. Und die Hebamme meinte nur: "Na, das würde ich aber ganz schnell wegmachen lassen, das ist aber hässlich!!". Meine Mutter war ganz empört darüber und hat dann gekontert, dass viele sich so einen Fleck extra aufmalen. Er blieb also. Und ich habe auch kein Problem damit. Aber ich werde schon frank und frei gefragt, ob ich mal darüber nachgedacht hätte. Die Antwort ist dann schlicht "Nein" und damit hat es sich. Und ich denke auch nicht darüber nach, warum ich das gefragt werde. Vermutlich ist es schlichte Neugier und weiter steckt nichts dahinter.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon KalixVanera » 24 Juni 2013, 07:56

@ Garfield: Natürlich stimmt das alles. Es geht mir auch weniger um den verstandesbedingten Anteil als um den emotionalen.
Bei all diesen Dingen stimme ich dir natürlich zu (der emotionale Anteil beeinflusst die wenigsten Menschen komplett), es geht mir nur darum, dass eben auch solche Emotionen frei werden könnten.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon Laeriel » 24 Juni 2013, 09:37

Mh, ich glaube, ich kann das schon ein wenig nachvollziehen, was KalixVanera schrieb.
Mir geht es z. B. ein bisschen so, wenn ich Frauen mit sehr "stehenden" Ausschnitten/Brüsten sehe. Meine Brüste "stehen" von Natur aus ja sehr wenig und mittlerweile sind sie doch eher "hängend". Ohne BH habe ich keinen solchen Ausschnitt und auch mit BH wird er nie so "apfelig", einfach weil sich das Volumen mehr nach oben verteilt und keine Kante bildet.
Wenn ich Frauen sehe, bei denen die Brüste jetzt so stehen, finde ich es doch manchmal schade, dass das be mir nicht so ist, aber normaler Weise gönne ich es ihnen, mach mir also nicht mehr Gedanken drum.
Wenn ich aber jemanden sehe, bei dem es sehr wahrscheinlich "gemacht" ist (oder man es weiß, wenn es jemand im Fernsehen ist, der das auch sagt), sage/denke ich schon auch mal "das ist ja nicht echt". *verlegen*
Vor allem aber auch, wenn meinem Freund das auffällt und er das anspricht. Da geht es mir dann aber oft auch darum, ihm klar zu machen, dass nicht jede so einen Ausschnitt hat/ haben kann und dass diejenigen schon was dafür tun und es eben auch darauf ankommt, wie die Brüste beschaffen sind. (Er denkt nämlich oft doch noch, der richtige BH könnte das mit jeder Brust machen, also auch mit meiner. ^^ Aber das ist wohl nur mit viel quetschen möglich.)
Wenn ich ehrlich bin, dann rutscht mir auch mal ein abfälliges "Die sind ja nicht echt, die hat sie sich operiert. Kein Wunder." über die Lippen. *sichschäm*
Und ja, das liegt dann schon daran, dass sie eben gemacht sind. Denn diese Möglichkeit stünde mir ja auch theoretisch offen und dann erzeugt das irgendwie so einen komischen subtilen Druck, dass man das ja auch machen sollte. Wenn das bei jemand natürlich so ist, dass sie halt mehr stehen als meine, empfinde ich das für mich nicht so, denn damit ist man ja geboren und jeder wird halt anders geboren.
Eigentlich ziemlich blöd. Ich versuche da mal mehr drauf zu achten. Ist ja auch nicht so, dass ich Frauen auf der Straße aufgrund ihrer Oberweite beurteile, um über sie herzuziehen, sind eher so einzelne Momente, in denen es jemand anspricht (mit dem gefühlten Unterton "warum hast Du das nicht?")...

Aber dieser subtile Druck, dass man etwas machen sollte, weil es eben die Möglichkeit dazu gibt, ist mir schon häufiger aufgefallen, insbesondere im medizinischen Bereich (aber auch an anderen Stellen) und das gefällt mir offen gesagt gar nicht. Ich halte es nicht für angemessen aus der bloßen Tatsache der Möglichkeit eine Handlungsaufforderung bzw. gewisse Pflicht der Nutzung zu ziehen. Ich meine, nur weil es die Möglichkeit gibt, muss man es doch nicht nutzen oder es für richtig halten, es zu nutzen oder sogar für falsch halten, sie nicht zu nutzen. Die bloße Tatsache, dass es die Möglichkeit gibt, sagt ja noch nichts aus.

Edith fügt hinzu, dass das aber ja nicht an denen liegt, die diese Möglichkeit nutzen, sondern irgendwie... allgemeiner. Schwer zu fassen.
Viele liebe Grüße
Laeriel :)

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Re: Brust-OP?

Beitragvon Algieba » 24 Juni 2013, 11:14

Laeriel hat geschrieben:Aber dieser subtile Druck, dass man etwas machen sollte, weil es eben die Möglichkeit dazu gibt, ist mir schon häufiger aufgefallen, insbesondere im medizinischen Bereich (aber auch an anderen Stellen) und das gefällt mir offen gesagt gar nicht. Ich halte es nicht für angemessen aus der bloßen Tatsache der Möglichkeit eine Handlungsaufforderung bzw. gewisse Pflicht der Nutzung zu ziehen. Ich meine, nur weil es die Möglichkeit gibt, muss man es doch nicht nutzen oder es für richtig halten, es zu nutzen oder sogar für falsch halten, sie nicht zu nutzen. Die bloße Tatsache, dass es die Möglichkeit gibt, sagt ja noch nichts aus.


Andererseits ist der subtile Druck auf vielfältige Art und Weise aber auch umgekehrt vorhanden. Ja, Körperakzeptanz ist eine großartige Sache, aber für jede Frau, die vielleicht an sich selbst zweifelt, weil sie sich dem Druck ausgesetzt fühlt, dass ihr Körper ohne operative Veränderung nicht okay ist, wird man auch eine finden, die zweifelt, wenn sie alle die (vermeintlich) ungeheuer selbstbewussten Frauen sieht, die ihren Körper auch im "Naturzustand mit allen Macken und Makeln" annehmen, weil sie selbst mit sich eben so unendlich unglücklich ist und damit dann irgendwo auch suggeriert wird, dass sie eigentlich kein Recht hat, das zu sein. So oder so, ich finde es schwierig. Insofern - ich wiederhole mich, ich weiß ;) - kann und darf die Entscheidung pro oder kontra OP meines Erachtens eben nur vom persönlichen Leidensdruck abhängen.

Ich empfinde es übrigens tatsächlich eher umgekehrt als du, Laeriel, ich bin da meist eher neidisch sein auf die Frauen, denen von Natur aus ein fester (gerne auch apfeliger, aber das muss es nicht einmal sein) Busen geschenkt worden ist als auf die, die ihn sich so haben machen lassen, einfach, weil ich (aus eigener Erfahrung, denn auch ich habe in jüngeren Jahren durchaus eine Verkleinerung angestrebt) weiß, was im wahrscheinlich überwiegenden Teil der Fälle für ein Kampf vorausgeht, bis so eine OP wirklich auch gemacht wird. So in der Richtung: "Sch...-Genpool, wo bleibt denn da die Fairness?"

Taktisch klug - egal, wie deine Entscheidung letztendlich ausfällt, Anira - finde ich jedenfalls MrsKitsunes Vorschlag, die körperlichen Beschwerden zu dokumentieren, dann kann man auch selbst besser nachvollziehen, ob sich etwas bessert und wenn ja inwiefern.
Und Mose kam vom Berg herunter, in der Hand zwei Steintafeln auf denen geschrieben stand: "Ihr Frauen aller Herren Länder, tragt BHs in passender Größe, reich gesät von 26A bis 50N und erfreut euch an dem was euch Gott geschenkt hat" (karma)
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Re: Brust-OP?

Beitragvon headology » 24 Juni 2013, 11:49

Zumindest theoretisch kann man schon unterscheiden zwischen einer Brustverkleinerung als Schönheits-OP und einer Brustverkleinerung unter gesundheitlichen Aspekten. Daß das immer wieder in einen Topf geworfen wird, ärgert mich zunehmend.

Ich habe in den letzten 16 Monaten eine Menge Frauen gefittet und entsprechend viele unterschiedliche Körper gesehen und während einige Frauen keine nennenswerten körperlichen Probleme mit ihren Brüsten (im Schnitt ab Cup FF) haben, haben andere ganz schlimme Rückenverspannungen, Haltungsschäden usw.. Eine Problematik die sich mit dem Alter in der Regel verschärft, weil dann die Anpassung von BHs schwer bis unmöglich wird (generelle Empfindlichkeit gegen enge Bänder, Bügel etc.).

Wie groß die Brust sein muß um 'Probleme zu machen', hängt stark von den körperlichen Voraussetzungen, z. B. Körpergröße, Muskulatur, Schulterbreite, Brustbasisgröße u.a. ab. Dazu kommt auch, daß es ab einer gewissen Brustgröße häufiger schwierig wird einen gut sitzenden BH zu finden, auch wenn man einen ganz guten Überblick über die produzierten Marken hat und mit einem ordentlichen Sortiment arbeiten kann.

Auch auf der psychologischen Ebene ist mir aufgefallen, daß neben dem üblichen Nörgeln über die eigene, in meinen Augen hauptsächlich eingebildete körperliche Imperfektion, Frauen häufig auch mit einer sehr starken Resignation mit sich herumtragen. Gerade ältere Frauen tragen ihre Brüste ein bißchen als 'ihr Schicksal'. Darin zeigt sich für mich, daß die größer werdenden Brüste, die ja auf ne Art ein gesellschaftliches Problem sind, a) was die Ursachen angeht und b) auch den Umgang damit (als es ja keine Einzelfälle sind, die nicht ins Standard X-Angebot passen), trotzdem total als Individualschicksal angesehen werden. Im Endeffekt könnte man es "Sich klein machen vor dem Status Quo" nennen. Ich denk mir oft: Wenn Männer so ein Problem hätten, dann gäbe es schon eine Lösung an jeder Ecke, nur Frauen leiden halt so mehr oder weniger stumm vor sich hin.

Ich will jetzt hier keine "Hurra, ab unters Messer"-Kampagne aufmachen, aber gerade die Einschränkung von Bewegungsfreiheit und die langfristige Belastung eines perspektivisch schwächer werdenden Körpers wären gute Gründe, für die 'Solidargemeinschaft' (und Krankenkassen sind ja sowas) entsprechende Maßnahmen wie eine OP (aber auch Brafitting, Rückenkurse usw.) verstärkt anzubieten, statt immer mit diesem entmündigenden Standardvorwurf zu kommen, große Brüste seien irgendwie ein psychologische Problem.

Abgesehen davon ist natürlich der erste Schritt, es mal mit einem richtig gut sitzenden BH zu versuchen. Für viele ist die Erkenntnis, daß sie gar nicht komisch oder anormal sind und es viele andere Frauen mit ähnlichen körperlichen Merkmalen gibt, schon so ein Boost, daß viele andere Probleme sich damit auch erledigen.

Deswegen, an dich Anira, gib den BHs noch mal ne Chance. Vielleicht wäre ja zum Arbeiten ein chicer Sport-BH ne Idee (z. B. der von Panache) und falls ich dir irgendwie Tips geben kann oder so (wir sind ja im gleichen Größenbereich), schreib mich doch einfach an. :)
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